Ergonomie am Arbeitsplatz – gesundes und leistungsfähiges Arbeiten gestalten
Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren leisten einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz und zur langfristigen Leistungsfähigkeit Ihrer Beschäftigten. Ungünstige Körperhaltungen, einseitige Belastungen, häufiges Heben und Tragen oder wiederkehrende Bewegungsabläufe können zu körperlichen Beschwerden und langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.
Wir unterstützen Unternehmen dabei, körperliche Belastungen systematisch zu erkennen, zu beurteilen und geeignete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Dabei betrachten wir sowohl einzelne Belastungsarten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als auch die ergonomische Gestaltung bestehender und neuer Arbeitssysteme.
Unser Ziel: Arbeitsbedingungen schaffen, die Gesundheit schützen, Arbeitsabläufe erleichtern und langfristig funktionieren.
In diesem Abschnitt erfahren Sie unsere Leistung in:
- Gefährdungsbeurteilung körperlicher Belastungen - die Leitmerkmalmethoden
- Ergonomische Analyse und Gestaltung von Arbeitssystemen
- Von der Analyse zur Verbesserung

1. Gefährdungsbeurteilung körperlicher Belastungen – die Leitmerkmalmethoden
Körperliche Belastungen gehören zu den häufigsten Einflussfaktoren für Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems. Insbesondere wiederholtes Heben und Tragen, ungünstige Körperhaltungen, hohe Kraftaufwendungen oder einseitige Bewegungsabläufe können Beschäftigte langfristig gesundheitlich beeinträchtigen.
Mit den Leitmerkmalmethoden (LMM) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) lassen sich körperliche Belastungen systematisch erfassen und beurteilen. Die Verfahren ermöglichen eine nachvollziehbare Einschätzung der Belastungssituation und helfen dabei, Handlungsbedarf zu erkennen und geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Die sechs Leitmerkmalmethoden im Überblick
Je nach Art der Tätigkeit und der auftretenden körperlichen Belastung kommen unterschiedliche Leitmerkmalmethoden zum Einsatz.

LMM-HHT – Heben, Halten und Tragen
Beurteilung von Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte Lasten manuell heben, halten, tragen, absetzen oder umsetzen.
Typische Beispiele:
- Kommissionieren und Verpacken
- Be- und Entladen von Waren
- Manuelles Transportieren von Materialien
- Heben und Umsetzen von Werkstücken

LMM-ZS – Ziehen und Schieben
Beurteilung von Belastungen durch das manuelle Ziehen und Schieben von Lasten, insbesondere unter Verwendung von Transportmitteln.
Typische Beispiele:
- Bewegen von Transportwagen
- Ziehen von Rollcontainern
- Schieben von Materialwagen
- Transportieren von Lasten mit Sackkarren oder ähnlichen Hilfsmitteln

LMM-MA – Manuelle Arbeitsprozesse
Beurteilung wiederkehrender manueller Tätigkeiten mit den Händen und Armen, bei denen häufig gleichförmige Bewegungen und Kraftaufwendungen auftreten.
Typische Beispiele:
- Montagetätigkeiten
- Verpackungs- und Sortierarbeiten
- Wiederholtes Greifen und Fügen
- Arbeiten mit handgeführten Werkzeugen

LMM-GK – Ganzkörperkräfte
Beurteilung von Tätigkeiten, bei denen erhebliche Kräfte mit dem gesamten Körper aufgebracht werden müssen.
Typische Beispiele:
- Schieben oder Positionieren schwerer Gegenstände
- Bearbeiten großer Werkstücke
- Betätigen schwergängiger Einrichtungen
- Kraftintensive Tätigkeiten mit Werkzeugen

LMM-KH – Körperzwangshaltungen
Beurteilung von Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte über längere Zeit oder wiederholt ungünstige Körperhaltungen einnehmen müssen.
Typische Beispiele:
- Arbeiten in kniender oder hockender Haltung
- Überkopfarbeiten
- Arbeiten in gebückter oder verdrehter Körperhaltung
- Tätigkeiten in schwer zugänglichen Bereichen

LMM-KB – Körperfortbewegung
Beurteilung körperlicher Belastungen durch Gehen, Steigen und Klettern im Rahmen beruflicher Tätigkeiten.
Typische Beispiele:
- Häufiges Treppensteigen
- Arbeiten auf Leitern
- Begehen weitläufiger Betriebsbereiche
- Fortbewegung auf anspruchsvollen Verkehrswegen
Je nach Tätigkeit können auch mehrere Leitmerkmalmethoden erforderlich sein, wenn unterschiedliche Belastungsarten gleichzeitig oder innerhalb eines Arbeitsablaufs auftreten.
Warum ist die Anwendung der Leitmerkmalmethoden wichtig?
Die Leitmerkmalmethoden helfen dabei, körperliche Belastungen nicht nur subjektiv einzuschätzen, sondern anhand festgelegter Kriterien systematisch zu beurteilen.
Dadurch können Unternehmen:
- Erhöhte körperliche Belastungen frühzeitig erkennen
- Arbeitsplätze und Tätigkeiten nachvollziehbar bewerten
- Belastungsschwerpunkte und Handlungsbedarf identifizieren
- Geeignete technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen ableiten
- Die Wirksamkeit umgesetzter Verbesserungen überprüfen
- Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung nachvollziehbar dokumentieren
Die Beurteilung körperlicher Belastungen ist ein wichtiger Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz. Die Leitmerkmalmethoden bieten hierfür anerkannte und praxisorientierte Beurteilungsverfahren.
Unser Ansatz: Wir betrachten nicht nur das Ergebnis der Bewertung, sondern unterstützen Sie auch dabei, aus den ermittelten Belastungen konkrete und praktikable Verbesserungen für Ihren Betrieb abzuleiten.
2. Ergonomische Analyse und Gestaltung von Arbeitssystemen
Ergonomie bedeutet mehr, als einen Arbeitsplatz mit einem höhenverstellbaren Tisch oder einem ergonomischen Stuhl auszustatten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Mensch, Arbeitsaufgabe, Arbeitsmitteln, Arbeitsumgebung und Arbeitsorganisation.
Wir analysieren bestehende Arbeitssysteme hinsichtlich ihrer ergonomischen Gestaltung und zeigen Möglichkeiten auf, körperliche Belastungen zu reduzieren und Arbeitsabläufe zu verbessern.

Analyse bestehender Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren
Wir betrachten die tatsächlichen Arbeitsbedingungen vor Ort und untersuchen, wo ergonomische Belastungen entstehen und welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.
Dabei berücksichtigen wir unter anderem:
- Körperhaltungen und Bewegungsabläufe
- Greifräume, Arbeitshöhen und Bewegungsflächen
- Manuelle Lastenhandhabung und Kraftaufwendungen
- Anordnung und Gestaltung von Arbeitsmitteln
- Arbeitsabläufe und Tätigkeitswechsel
- Belastungen durch einseitige oder wiederkehrende Tätigkeiten
- Einflüsse der Arbeitsumgebung auf die ergonomische Gestaltung
Auf dieser Grundlage bewerten wir die bestehenden Arbeitssysteme und identifizieren konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Beratung bei der Gestaltung neuer Arbeitsverfahren
Ergonomische Anforderungen sollten möglichst frühzeitig bei der Planung neuer Arbeitsplätze und Arbeitsverfahren berücksichtigt werden.
Wir unterstützen Sie dabei, Arbeitsprozesse von Anfang an möglichst belastungsarm und praxisgerecht zu gestalten.
Das kann beispielsweise die Planung neuer Arbeitsplätze, die Umgestaltung von Produktionsabläufen oder die Auswahl geeigneter Arbeitsmittel betreffen.
Ziel ist es, ungünstige Belastungen bereits bei der Gestaltung zu vermeiden, statt erst nachträglich auf gesundheitliche Beschwerden reagieren zu müssen.
Auswahl ergonomischer Hilfsmittel und technischer Lösungen
Oft lassen sich körperliche Belastungen durch geeignete Hilfsmittel und technische Unterstützung deutlich reduzieren.
Wir beraten Sie bei der Auswahl und dem sinnvollen Einsatz passender Lösungen, beispielsweise:
- Hebe- und Positionierhilfen
- Hubtische und höhenverstellbare Arbeitsplätze
- Transport- und Bereitstellwagen
- Ergonomische Werkzeuge und Greifhilfen
- Montage- und Arbeitsplatzsysteme
- Hilfsmittel zur Reduzierung von Zwangshaltungen und Kraftaufwendungen
Dabei steht nicht das Produkt allein im Vordergrund. Entscheidend ist, ob die Lösung zur jeweiligen Tätigkeit, zum Arbeitsablauf und zu den tatsächlichen Anforderungen im Betrieb passt.

3. Von der Analyse zur Verbesserung
Eine ergonomische Bewertung ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass aus den Erkenntnissen konkrete Verbesserungen entstehen.
Deshalb begleiten wir Sie auf Wunsch von der Bestandsaufnahme über die Bewertung bis zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen.
Dabei berücksichtigen wir insbesondere das TOP-Prinzip:
- Technische Maßnahmen: Einsatz geeigneter Hilfsmittel, technische Unterstützung und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.
- Organisatorische Maßnahmen: Anpassung von Arbeitsabläufen, Tätigkeitswechsel und Gestaltung von Arbeitsorganisation.
- Personenbezogene Maßnahmen: Unterweisung, Information und Sensibilisierung der Beschäftigten.
Die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen sollte anschließend überprüft werden.
Ergonomie verbessern – Gesundheit nachhaltig schützen
Sie möchten körperliche Belastungen in Ihrem Unternehmen reduzieren, Arbeitsplätze ergonomischer gestalten oder neue Arbeitsverfahren von Anfang an gesundheitsgerecht planen?
Wir unterstützen Sie dabei, Belastungen zu erkennen, Verbesserungspotenziale aufzudecken und praxisgerechte Lösungen zu entwickeln.
Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Arbeitsbedingungen verbessern.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie gerne und finden gemeinsam einen passenden Ansatz für Ihren Betrieb.
Jetzt unverbindlich anfragen!
